Karteikarte 24: Meine kleinen Ticks (2)

Meine Hände bzw. Fingernägel… das Ganze hat schon angefangen, als ich noch ein kleines Kind war. Und ich meine richtig klein, im Krabbelkind-Alter.

Als kleines Kind konnte ich kein Gras an den Füßen oder Händen ertragen, es schien mir geradezu weh zu tun. Wenn es also darum ging, mich nach draußen in unseren Garten zu setzen, musste man mich lediglich auf eine Picknickdecke platzieren. Danach konnte man mich theoretisch getrost allein lassen. Keine 10 Pferde konnten mich dazu bringen, meine Hände auf das Gras zu setzen (siehe Foto, Datiert auf Juni 2001). Die Decke war so sicher wie ein Laufstall.

Bis zum Alter von etwa 3 Jahren hatte ich noch Fingernägel, aber selbst damals waren sie schon ein kleines Drama. Es war offenbar  unmöglich, mir die Fingernägel in irgendeiner Weise zu schneiden. Man hätte mich wohl schon narkotisieren müssen, um sie mir zu schneiden (oder man musste warten, bis ich das eine Mal in einem halben Jahr mittags schlafe und konnte dann einen Versuch starten…). Als Resultat der langen Fingernägel hatte ich dann ständig kleine Wunden überall, weil ich mich selbst versehentlich aufgekratzt habe  (auf dem Foto neben der Augenbraue).

Als ich ungefähr 4 Jahre alt war, fing ich an meine Nägel zu kauen. Erst vor ziemlich genau einem Jahr (um genau zu sein: Mitte Juli 2016) habe ich dann damit aufgehört. Und das, nachdem ich vorher so ziemlich alles ausprobiert hatte: Handschuhetragen, „Anti-Beiss“-Nagellack, Hände beschäftigen in aufregenden Situationen, ein Belohnungsystem usw. usw. usw. Wie ich es geschafft habe? Durch die Motivation, meine jetzige Berufsschule besuchen zu können. Sie hat mich davon befreit, denn mit kaputten Nägeln wollte ich dort nicht hin gehen.

Jetzt habe ich also Fingernägel! Aber die Ticks hören nicht auf…

Das Thema ist „Ungleichmäßigkeit“. Ich denke, jeder der mich kennt oder dieses Blog verfolgt weiß, dass ich eine Perfektionistin bin. Und so auch bei meinen „nagelneuen“ Fingernägeln… Ich lasse meine Fingernägel gerne sehr lange wachsen, um sie anschließend zu lackieren (dazu gleich mehr). Es tut mir körperlich weh, wenn einer von ihnen abbricht und dadurch eine andere Länge hat als die restlichen Nägel. Ich messe sie immer. Es macht mich so nervös, wenn sie ungleichmäßig lang sind, dass ich sie dann alle abschneide – um mich anschließend darüber zu ärgern, dass sie so kurz sind… ja ich weiß selbst, dass das – sagen wir – gewöhnungsbedürftig ist… 😀

Sollten sie dann doch mal alle ihre ersten Lebenswochen überlebt haben, dann lackiere ich sie. Und schon kommt mein Farbtick wieder ins Spiel (Karteikarte 11)! Sollte die Farbe meiner Lackfarbe nicht perfekt zu meinen rausgelegten Klamotten passen, ziehe ich entweder etwas anderes an oder ich lackiere meine Fingernägel um, und sei es 3 mal pro Tag…

Meine Eltern beschweren sich ab und zu über den Geruch von Nagellackentferner, der über unserem Haus hängt…Außerdem musste ich einer Vereinbarung zustimmen, dass ich nur ein Mal pro Tag über meine Nägel sprechen darf (die sogenannte „tägliche Nagelstory“). Das klappt inzwischen ganz gut, vor allem, weil ich den ganzen Tag unterwegs bin.

Noch ist kein Ende der Ticks erreicht, also geht die kleine Serie wohl weiter… wir sehen uns spätestens bei „Meine kleinen Ticks (3)“.

 

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