Karteikarte 14: Ich, der Normalo…

Meine Diagnose ist jetzt ziemlich genau 11 Monate alt, also noch ziemlich jung. Vorher habe ich zwar auch kein ganz normales Leben geführt, aber ich habe mein Anderssein nie als sehr auffällig empfunden. Ich bin also gänzlich ohne den Namen „Asperger“ aufgewachsen und wurde dementsprechend ohne großartige Besonderheiten erzogen (wie genau meine Diagnose abgelaufen ist, dazu später mal in der Kartei).

Natürlich mussten als Kind bei mir einige Dinge beachtet werden: Viele Menschen auf engem Raum waren damals schon nicht einfach – Feste und ähnliches vermieden meine Eltern, laute Geräusche waren *hust*… Besonders auffällig war wohl, dass ich wenig Mimik zeigte und mich viele Jahre lang nicht mitteilte.

Viele Dinge, von denen ich heute weiß, dass sie mich besonders machen, sind mir früher überhaupt nicht aufgefallen. Dinge wie bereits im Kindergarten die meisten anderen Kinder als kindisch und merkwürdig zu wahrzunehmen, immer mit Erwachsenen zusammen sein zu wollen oder auch Veränderungen als sehr anstrengend und unverständlich zu empfinden.

Meistens bin ich sehr gerne anders! Ich denke, dass es mir sehr hilft, eine unbeeinflusste Persönlichkeit zu haben, die nicht durch die Meinung anderer, Modetrends u.ä. beeinflusst wird. Dadurch ist mir eine objektive und direkte Beurteilung möglich.Und die anderen wissen, woran sie bei mir sind.

Natürlich kann es manchmal einfacher sein, mit mehr Filtern zu leben, denn auch ich würde gerne mal Konzerte besuchen oder mich problemlos in einem Raum aufgefüllt mit Menschen unterhalten. Aber man sollte immer die Vorteile seiner Besonderheit sehen! (Meine ganze Meinung zu dem Thema später mal in der Kartei)

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Ein Gedanke zu “Karteikarte 14: Ich, der Normalo…

  1. autistanbord schreibt:

    Bei uns war die Bezeichnung „Asperger“ oder „Autismus“ auch nie von Relevanz, es ist einfach Teil unserer Familie, dass wir „so sind“. Trotzdem finde ich es einfacher, denn ich kann jemanden schicken „Google mal Asperger und dann komm wieder und wir sprechen drüber wenn du Fragen hast“. „Google mal „Wir sind halt so““ haut nicht so gut hin ;).
    Ich empfinde es nicht als Nachteil, manchmal in einigen Aspekten als etwas nervig. Allerdings sehe ich schon auch, dass viele Dinge zu einem Problem werden können, wenn damit von Klein auf schlecht umgegangen wird. Insofern möchte ich dir zur anscheinend sehr vernünftigen Familie gratulieren.

    Gefällt 1 Person

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